08.07.2010
Jugendliche auf den Spuren der Karrner
Interview mit dem Projektleiter Karl Perfler
Ende Juli (26.-31.07.2010) und Anfang August (02.-07.08.2010) zieht eine Gruppe von Mittelschulkindern jeweils eine Woche lang mit einem Karren von Mals nach Goldrain.
Die Jugendlichen wandeln auf den Spuren der Karrner und werden dabei von Karl Perfler und seinem Team begleitet, mit dem der KFS (Katholischer Familienverband Südtirol) als Veranstalter folgendes Gespräch geführt hat.
Herr Perfler, das Konzept der Karrnerwoche für Jugendliche stammt von Ihnen. Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?
Bei meiner Karrnerwanderung 2008 haben mich viele begeisterte Kinder aus verschiedenen Orten begleitet. Überall, wo ich Halt gemacht habe, kamen Kinder auf mich zu und waren von meiner Kleidung und der Geschichte der Karrner fasziniert. Kinder mögen emotionale Geschichten und Erzählungen.
Die Karrnerwanderung 2010 bringt die Jugendlichen auf die Spuren der Karrner und begleitet sie in eine Welt der Einfachheit und der Eigenverantwortung. Sie haben Raum und Zeit für ihre Kreativität und werden ihren eigenen Weg in der Gemeinschaft finden.
Warum sprechen Sie gerade Jugendliche zwischen 11 und 14 Jahren an?
Jugendliche in diesem Alter lieben es, verschiedene Dinge auszuprobieren und ihre eigenen Grenzen zu erfahren. Es ist ihre Zeit des Auslotens, aber auch eine Zeit für erste eigene Erkenntnisse. Und genau solche Erfahrungen können sie in dieser Woche sammeln.
Was erwartet die Jugendlichen auf dieser Wanderung?
Wir haben einige Sachen vorbereitet, lassen den Jugendlichen aber auch Raum für ihre eigene Spontaneität und Kreativität. Wir werden mit der Natur leben, Tag und Nacht bewusst erleben, selbst für uns sorgen, unser Lager auf- und abbauen, Geschichten hören und erzählen und am Lagerfeuer singen, musizieren, träumen. Mit unserem Planwagen ziehen wir durch die Dörfer und werden dort Burgen und Schlösser besuchen, unser Brot selber backen sowie Säfte herstellen.
Warum glauben Sie, dass die Teilnahme an der Karrnerwoche die Jugendlichen auf dem Weg zum Erwachsenwerden weiterbringt?
Die Karrnerwoche erlaubt ein Innehalten, ein sich Besinnen. Die Jugendlichen lernen die eigenen Schwächen und Stärken sowie die eigenen Grenzen kennen. Die Erfahrungen draußen im Feld bringen eine neue Sichtweise über die eigene Lebensform mit sich. Die Kinder lernen, sich zu beobachten und wahrzunehmen. Dies ist ein erster Schritt zur Eigenverantwortung.
Interview: KFS
Anmeldungen und Infos ab sofort im KFS-Büro in Bozen, Tel. 0471 974 778, oder auf www.familienverband.it. Bei beiden Wochen gilt eine begrenzte Teilnehmerzahl.
Anmeldungen bis 10.07.2010.
Die Karrnerwochen des KFS konnten insbesondere dank der Unterstützung durch die Stiftung Südtiroler Sparkasse durchgeführt werden.
