Der Sonntag stellt die Menschen in den Mittelpunkt


„Wenn Deine Seele keinen Sonntag hat, verdorrt sie.“

Albert Schweitzer


Schnelllebigkeit und Konsumzwang sind zwei Schlagworte, die sehr oft herangezogen werden, um unsere Gesellschaft zu beschreiben. Menschen konsumieren oft jenseits ihrer ökonomischen und ökologischen Verhältnisse, im Glauben, dadurch ihr Wohlbefinden zu steigern. Leistungsorientierung, gesellschaftlicher Druck und die Ausweitung von Märkten auf alle Lebensbereiche lassen uns nicht zur Ruhe kommen. Öffnungszeiten, Arbeit und Termine strukturieren unseren Tag und unser Leben. Die Allianz für den arbeitsfreien Sonntag, deren Mitglied auch der KFS ist, hat sich daher ein hohes Ziel gesetzt: sich für den Zeitwohlstand in unserer Gesellschaft einzusetzen.


Als Formen von Zeitwohlstand gelten ausreichender Urlaub, regelmäßiger Feierabend, das Recht auf Ruhestand im Alter und das arbeitsfreie Wochenende und damit der arbeitsfreie Sonntag. Schon im Jahre 321 nach Christus erließ Kaiser Konstantin ein Edikt, das bis heute prägend für das Christentum und seinen Wochenrhythmus ist und auch für uns wieder einen wichtigeren Stellenwert haben sollte: die gesetzlich verankerte Sonntagsruhe, denn: „Sonn- und Feiertage sind die Bremsen im Zeitalter rasanter Beschleunigung“, wie auch Josef Stricker von der Südtiroler Allianz für den freien Sonntag betont.

Wertebewusstsein stärken

Der Sonntag kann durchaus als Wertevermittler gesehen werden: Er schützt den Menschen davor, falschen Werten, wie übermäßigem Konsumzwang nachzulaufen und regt an, sich auf jene Werte zu besinnen, die wirklich zählen. Durch die zahlreichen Online-Shops sind wir es gewohnt, immer und überall zu kaufen, wonach wir gerade Lust haben, doch auch im Einzelhandel in Südtirol will der Einkaufssonntag Einzug halten und der Familienausflug ins Shopping-Center ist vielfach schon gängige Praxis. Dabei werden leider auch die Angestellten in den geöffneten Geschäften um ihre Sonntagsruhe gebracht. Natürlich ist klar, dass es Berufsgruppen gibt, die Sonntags arbeiten müssen und damit einen wichtigen Dienst für die Gesellschaft leisten, man denke nur an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Krankenhäusern, Pflege- und Altenheimen, den vielen Angestellten im Gastgewerbe und öffentlichen Verkehr. Dort ist aber im Gegensatz zum sonntäglichen Einkauf eine gesellschaftliche Notwendigkeit gegeben.

Der Sonntag gibt der Woche den Takt

Der Sonntag stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Er orientiert sich am Menschen, der anders als die Maschinen eine Erholungspause braucht. Er gibt den Rhythmus vor und sorgt für den wiederkehrenden, regelmäßigen Ablauf, der sehr wichtig ist für die körperliche und geistige Gesundheit der Menschen. Im Alltag wird uns vorgegeben, wann wir aufstehen, essen und arbeiten – am Sonntag können wir selbst entscheiden und unsere innere Uhr den Takt vorgeben lassen. Er gibt uns Raum, um Kraft für die neue Woche zu tanken – egal, ob wir beim Gottesdienst, einer Wanderung, anderen Freizeitaktivitäten oder im Gespräch mit der Familie und Freunden sind. Der Sonntag soll - wie auch der KFS mit seiner jährlichen Initiative „Familiensonntag“ hervorheben möchte - vor allem Familientag sein! 

(vvm)

Sonntags in Südtirol Plakataktion

Nähere Infos über die Allianz für den freien Sonntag sind auf der Webseite der Diözese Bozen-Brixen zu finden!